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Gemeinde Stephanskirchen  |  E-Mail: poststelle@stephanskirchen.de  |  Online: http://www.stephanskirchen.de

Nähere Informationen zu diesem Artikel erhalten Sie im Rathaus von Frau Gall

Strom aus Gülle

Energieforum

Eine kleine Gruppe des Energieforums konnte sich am 30. September in Fussen informieren, wie aus Gülle Strom erzeugt wird. Johann und Johannes Hamberger, Eigentümer und Betreiber einer Biogas-Anlage empfingen die Gruppe auf dem Betriebsgelände in Fussen und erläuterten die Baugeschichte und Betriebsweise. Es ist bemerkenswert, dass entsprechend der Genehmigung zur Erzeugung des Gases mindestens 80% Gülle und nur 20% aus anderen Stoffen bzw. Mais eingesetzt werden dürfen. Diese Zusatzstoffe sind notwendig, weil der geringe Energiegehalt der Gülle allein einen wirtschaftlich sinnvollen Gärungsprozess nicht aufrechterhalten kann. Täglich werden ca. 18 m³ Gülle mit ca. 3 t Mist bzw. Silage vermischt und in einem unterirdischen 1.200 m³ Tank vergoren. Bei diesem Anlagentyp wird die Gülle von oben auf die Gärflüssigkeit aufgesprüht. Dabei durchbricht sie die auf der Oberfläche aufschwimmende Schicht und ermöglicht so dem in der Flüssigkeit entstehenden Gas den Übertritt in den 1.100 m³ fassenden kuppelförmigen Sammelbehälter. Die verbrauchte Gülle wird in den darunterliegenden 2.500 m³ Sammeltank gepumpt. Das in dem für Biogas-Anlagen typischen Kuppelbehälter zwischengespeicherte Biogas  wird in einem 75 kW-Gasmotor mit anhängendem Generator verbrannt. Die Anlage läuft rund um die Uhr und speist die gewonnene elektrische Energie fast vollständig in das Netz ein.  Das bei der Fermentation  entstehende klimaschädliche Gasgemisch aus Methan und CO2 wird erst im Gasmotor klimaneutral verbrannt. Deshalb kommt es auf eine hohe Dichtigkeit der Prozesskomponenten an. Dies hat wiederum zur Folge, dass in der Umgebung keine Geruchsbelästigung besteht, wovon sich die Besuchergruppe überzeugen konnte. Mit sorgfältiger Projektierung, einem erfahrenen Planungsunternehmen und einer kompetenten Bauaufsicht entstand diese Anlage in der Rekordzeit von einem halben Jahr.

 

Johann Hamberger und sein Sohn betreiben die Biogas-Anlage mit der Überzeugung, damit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Neben der Erzeugung von Strom aus nachhaltigen Rohstoffquellen wird der in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Großviehhaltung zwangsläufig anfallenden Gülle noch wertvolle Energie entzogen, bevor sie zur Felddüngung eingesetzt wird. Darüber hinaus ist die so erzeugte Elektrizität nicht von Wind und Sonnenschein abhängig und steht immer zur Verfügung.

 

Die Besuchergruppe war gleichermaßen beeindruckt von der Funktionalität dieser Anlage und von dem Engagement, mit dem die Familie Hamberger dieses Unternehmen betreibt. Mit einem kleinen Geschenk für den interessanten und aufschlussreichen Nachmittag und mit guten Wünschen für einen langen störungsfreien Betrieb bedankte sich Frau Gall als Klimaschutzbeauftragte im Namen der Gemeinde Stephanskirchen und des Energieforums. (Text und Bild: R. Weh)

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