Brenner-Nordzulauf – Bahn stellt Auswahltrasse vor

Am 13.4.2021 wurde von der Deutschen Bahn bekannt gegeben, dass die Planungen für den Brenner-Nordzulauf auf Basis der Variante violett weitergeführt werden sollen, welche auch durch das Gemeindegebiet von Stephanskirchen führt.

 

Von Seiten der Gemeinde Stephanskirchen wurden bereits im Rahmen des vorausgehenden Raumordnungsverfahrens die über das Gemeindegebiet führenden Varianten abgelehnt und gewichtige Argumente gegen diese Trassen vorgebracht. Die Bedenken bezogen sich vor allem auf die Bereiche Freizeit und Erholung, Naturschutz und Landschaftsbild, Siedlung und Gewerbe, Lärm, Denkmalschutz, Grund- und Trinkwasser, Feuerwehrwesen und Flächenverbrauch.

 

Aus Sicht der Gemeinde ist die Entscheidung der Bahn für die Trasse violett nicht nachvollziehbar. Es handelt sich sowohl um die längste, wie auch um die teuerste aller Alternativen. Die Baukosten sind derzeit mit ca. 7 Mrd. Euro angegeben. Die Erfahrungen bei anderen Großprojekten und die Tatsache, dass der Baubeginn erst in ca. 10 Jahren anvisiert ist, lassen befürchten, dass die tatsächlichen Baukosten noch deutlich höher liegen werden. Auch die laufenden Kosten sind mit ca. 17 Mio. Euro/Jahr die höchsten aller Varianten. Als Argument für die violette Variante werden die geringeren Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaft aufgrund der umfangreichen Tunnelstrecken vorgebracht. Hierzu ist jedoch zu sagen, dass auch die Variante violett noch genügend Konfliktpotential in diesen Bereichen bietet und sich die Frage stellt, ob die höheren Kosten deshalb gerechtfertigt sind. Die Gemeinde Stephanskirchen ist durch zwei Tunnelportale hier ganz besonders betroffen. Insbesondere während der Bauphase ist dabei mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen.

 

Auch ist bisher noch nicht erkennbar, ob und wie die Deutsche Bahn die im Raumordnungsverfahren von der Regierung von Oberbayern festgelegten Vorgaben hinsichtlich zusätzlicher Untertunnelungen und der Umsetzung der Untertunnelungen in bergmännischer Bauweise erfüllen will.

 

Der Gemeinderat sprach sich daher in seiner letzten Sitzung einstimmig gegen die ausgewählte Trasse aus und beschloss, weitere juristische Schritte gegen die Planung zu prüfen.

Brenner-Nordzulauf – Bahn stellt Auswahltrasse vor

Bei der Protestaktion am 24. April traf sich Bürgermeister Karl Mair am geplanten Tunnelportal Innleiten mit seinen Kollegen Vodermaier (Riedering), Hausstetter (Rohrdorf) und Thusbaß (Prutting).

 

Bild 2

 

 

BNZ

 

Vorschlagstrasse für den Brennernordzulauf, Quelle: DB Netz AG

 

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