Die neue Energie- und CO2-Bilanz der Gemeinde Stephanskirchen für die Jahre 2011 bis 2018

In ihrem Integrierten Klimaschutzkonzept hat sich die Gemeinde Stephanskirchen unter anderem zum Ziel gesetzt, die CO2-Emission pro Einwohner bis zum Jahr 2030 auf 4t pro Jahr zu reduzieren. Nach einem ersten Zwischenbericht im Jahr 2016 liegt nun eine neue Fortschreibung vor, welche den Zeitraum 2011 bis 2018 erfasst. Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen; wir sind auf einem guten Weg. Die CO2-Emission pro Einwohner hat sich im Berichtszeitraum um beachtliche 10,1 % reduziert, obwohl der Ausgangswert für 2011 durch eine Korrektur der Berechnungsgrundlagen auf 5,8 t herabgesetzt wurde. Erfolgsmindernd ist allerdings die Tatsache, dass die Reduktion bereits in den Jahren bis 2015 erreicht wurde und seitdem sich nur marginal verändert, bzw. sich sogar leicht erhöht hat. Einer der Gründe für diese Stagnation ist die Verlagerung der nachhaltigen Stromerzeugung eines großen holzverarbeitenden Betriebes in der Gemeinde zugunsten anderer Energieformen und die deshalb erforderliche Ersatzstrom-Beschaffung aus dem öffentlichen Netz. Trotz des Erfolgs bleibt aber noch bis 2030 einiges zu tun, wobei möglicherweise das mit dem Hochschulinstitut INEV beabsichtigte Projekt zur Energieeffizienz (wir berichteten) einen wesentlichen Beitrag leisten könnte.

 

Errechnet wird die CO2-Emmision aus einer Energiebilanz über das gesamte Gemeindegebiet, wobei die Sektoren private Haushalte, Wirtschaft, Verkehr, kommunale Flotte und kommunale Verwaltung getrennt erfasst werden. Anwendung finden Daten von Energieversorgungsunternehmen, von Feuerungsanlagen und den eingesetzten Brennstoffen und statistische Erhebungen der Gemeinde. Der gesamte Energieverbrauch der Gemeinde ist von 2011 bis 2018 kontinuierlich um 5,43 % gesunken, seit 2015 sind es 2,81 %. Den größten Anteil am Energieverbrauch in 2018 hält mit 48 % die Wirtschaft, gefolgt von den privaten Haushalten mit 40 % und dem Verkehr mit 11 %. Der Beitrag der kommunalen Flotte und der Verwaltung ist naturgemäß vernachlässigbar.

 

Anders sind die Verhältnisse beim daraus errechneten CO2-Ausstoß. Im Jahr 2018 ist der Gemeinde eine Emission von insgesamt 49.200t CO2 zuzurechnen. Auf den einzelnen Einwohner bezogen bedeutet dies 4,69 t pro Jahr. Gegenüber 2011 ist das ein Rückgang von 5 %. Im Gegensatz zur Energiebilanz stellen beim CO2 die privaten Haushalte mit 56,8 % den deutlich größten Anteil. Wirtschaft und Verkehr sind mit 24,8 % bzw. 17,6 % beteiligt. Die Daten der kommunalen Verwaltung sind auch hier wieder vernachlässigbar. Diese Aufteilung zeigt deutlich, wo unsere Bemühungen ansetzen müssen. Optimierung der Heizanlagen in privaten Haushalten, Gebäudesanierung, Wärmedämmung und jede Art der Energieeinsparung und Rohstoffvermeidung bleiben die Themen der Zukunft. Das sind gleichzeitig auch die Aufgaben, die zur Erreichung des Zielwertes von 4 t CO2-Verbrauch pro Einwohner und Jahr zu lösen sind. Der eingangs erwähnte Bericht Energie- und CO2-Bilanz 2011-2018 der Gemeinde Stephanskirchen ist eine übersichtliche Zusammenstellung für „Klimainteressierte“. Er kann von der Homepage der Gemeinde abgerufen werden und wird zur Lektüre empfohlen.

Energiebilanz

 

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