Hunderte Radpendler entlasten den Verkehr im Gemeindegebiet von Stephanskirchen

Hanna (12 Jahre), Hakim (25), Alessia (36) und Josef (82) haben etwas gemeinsam: Sie setzen sich morgens gern aufs Fahrrad und radeln los. Zur Schule, in die Arbeit, das Kind in die Kita bringen, zum Friseur, zum Einkaufen, zur Ärztin. Von Stephanskirchen nach Rosenheim, von Prutting nach Kolbermoor, von Riedering nach Högering. Florian (41) radelt täglich von Bad Endorf nach Rosenheim und ist damit nicht allein.

Im Rahmen der Aktion STADTRADELN gab es heuer zum dritten Mal die sogenannte „Pendlerbrotzeit“: Am Mittwoch, dem 12. Juni zwischen 6.00 und 9.00 Uhr standen am Schloßberg acht ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit 400 frischen Brezen und 100 Müesliriegeln bereit. Neben der „Brotzeit“ bekamen alle Radelnden im Namen der Gemeinde ein herzliches Dankeschön und aufmunternde Worte. Es entstanden viele kleine Gespräche. Immer wieder beklagten sich Radelnde über die schlechte Radwegsituation in Stephanskirchen und Rosenheim, wünschten sich mehr Platz und Sicherheit für den Radverkehr – und radelten dann (trotzdem) wieder weiter.

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Hier einige der Reaktionen:

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Warum Danke sagen? Weil Radelnde unsere Gemeinde massiv vom Verkehr entlasten! Allein am Schloßberg fuhren an diesem Morgen gut 600 Menschen mit dem Rad hinunter oder hinauf. Das ist aber nur der größte Hotspot. Dazurechnen dürfen wir alle, die andere Wege wählen, zum Beispiel über Hofmühle, Hofleiten und die Hofau, oder die den Inn über die Umgehungsstraße queren. Weitere radeln in Nord-Süd-Richtung oder bewegen sich nur innerhalb der Gemeinde. Es ist sicher nicht übertrieben, wenn man von 1.000 morgendlichen Radelnden ausgeht.

 

Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es bei uns zuginge, wenn die auch noch alle mit dem Auto durch Stephanskirchen fahren würden. Eine kleine Überschlagsrechnung, wenn man zugrunde legt, dass ein PKW in Deutschland durchschnittlich mit 1,5 Personen besetzt ist:

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Auch wenn man am Verhalten mancher Radelnder zu Recht noch einiges kritisieren kann: Für die Entlastung der Verkehrssituation sollten alle dankbar sein, die wirklich aufs Auto angewiesen sind. Und sie sollten es den Radelnden durch rücksichtsvolles Verhalten vergelten, statt sie (wie leider oft) als Verkehrshindernis zu behandeln. Denn genau das Gegenteil ist der Fall!

 

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Frank Wiens

Radverkehrsbeauftragter der Gemeinde Stephanskirchen

 

 

 

 

 

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