Ideenwerkstatt zur Ortsentwicklung Haidholzen-Südost in Stephanskirchen

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Im Rahmen der Erstellung einer Bebauungsstudie für das Entwicklungsgebiet Haidholzen-Südost findet im September eine besondere Form der Bürgerbeteiligung statt: Die nonconform ideenwerkstatt. Vom 23. bis 25. September ist die gesamte Bürgerschaft eingeladen, gemeinsam mit dem Team von nonconform über Kriterien und Leitlinien für die Bebauung des Entwicklungsgebietes nachzudenken. Drei zentrale Fragen werden während der dreitägigen Ideenfindung bearbeitet:

  • Wie soll sich der Ortsteil Haidholzen Süd-Ost in Zukunft entwickeln?
  • Welche Kriterien sollen bei der Bebauung von Haidholzen Süd-Ost beachtet werden?
  • Welchen Mehrwert kann die Ortserweiterung für die ganze Gemeinde bringen?

Damit die gemeinschaftliche Ideenfindung auch in Zeiten von eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten funktioniert, wird es neben Workshops vor Ort auch unterschiedliche Möglichkeiten zur digitalen Beteiligung geben. Das mit der Erstellung der Bebauungsstudie beauftragte Büro nonconform hat für diesen Fall das Format „nonconform live“ entwickelt. Es stellt eine digitale Ergänzung zur klassischen Ideenwerkstatt dar.

Die planerische Grundlage für die Ideenwerkstatt im September bildet das Entwicklungskonzept der Gemeinde, welches bereits im Jahr 2012 unter aktiver Einbeziehung der Bürgerschaft erstellt wurde. Die Ziele und Maßnahmen des Entwicklungskonzeptes werden vom nonconform-Team gerade auf ihre Aktualität und Aussagekraft untersucht. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden dann bestehende Ziele weitergedacht, angepasst und neue Ziele für die Ortsentwicklung formuliert und detailliert.

Weitere Informationen zum Prozess der Ideenfindung sowie den unterschiedlichen Beteiligungsmöglichkeiten erhalten Sie in der August-Ausgabe des Gemeindekuriers.

 

Über das Büro nonconform

Eigentlich ist nonconform ein Architekturbüro. Aber nur eigentlich. Denn in diesem Architekturbüro wird nicht nur geplant. Das interdisziplinäre Team um Gründer Roland Gruber ist Vorreiter für die Gestaltung und Moderation von kreativen und nachhaltigen Beteiligungsprozessen. Dafür haben die Architekten aus Österreich, Berlin und Bayern eigens eine neuartige, partizipative Planungsmethode entwickelt: Die nonconform ideenwerkstatt. Sie schafft aus den Vorschlägen der Bürger und dem Knowhow von Experten in nur drei Tagen konkrete Konzepte für ein langfristig lebendiges Umfeld im ländlichen wie im städtischen Raum. Vorreiter sein will aber gelernt sein: nonconform lebt Beteiligungshandwerk und –kultur, wendet diese Werkzeuge auf sich selbst an und gibt das Erfahrungswissen in einem eigenen Weiterbildungsprogramm, der nonconform akademie, an Interessierte weiter. So versteht das Architekturbüro seine Aufgabe vor allem darin, die zukunftsfähige Entwicklung und Revitalisierung von Gebäuden, öffentlichen Räumen und Infrastrukturen durch Beteiligung voranzutreiben.

nonconform wurde 1999 von Peter Nageler und Roland Gruber gegründet und wird derzeit von Roland Gruber, Katharina Kothmiller, Caren Ohrhallinger und Sabine Weber als Geschäftsführer geleitet. Insgesamt arbeiten derzeit rund 30 Personen aus unterschiedlichen Planungsdisziplinen sowie aus Kommunikation und Pädagogik im Team. Neben den österreichischen Standorten in Wien, Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark ist nonconform seit 2016 auch in Berlin und Bayern vertreten. Der Ableger in Rosenheim existiert seit März 2020.

 

Die nonconform ideenwerkstatt
Seit fünfzehn Jahren arbeitet nonconform mit einer eigens entwickelten Methode der partizipativen Planung: der nonconform ideenwerkstatt. nonconform organisiert und moderiert dabei partizipative Prozesse, mit denen auf besondere Art Antworten auf räumliche Aufgaben in Gemeinden, Städten und Schulen gefunden werden. In nur drei Tagen werden innovative und wertbeständige Raumkonzepte in einem Pop-Up Büro direkt vor Ort mit der Bevölkerung entwickelt. Das Team – bestehend aus Architekten, Stadt- und Raumplanern, Kommunikationsexperten, Pädagogen und Moderatoren - wird bei Bedarf durch weitere Experten ergänzt und arbeitet über die gesamte Dauer der drei Tage vor Ort. Ganz nach dem Motto „miteinander weiterdenken" sind alle Bürger oder Nutzer in diesem Zeitraum herzlich dazu eingeladen, Ideen und Visionen für ein geplantes Bauvorhaben einzubringen, die anschließend „live" in die Entwicklung einer Lösung einfließen. Für die Beteiligten ist die nonconform ideenwerkstatt eine neue Art des mit(einander) Redens und der Willensbildung. Entscheidungen werden transparent und unter Einbindung von vielfältigen Interessen getroffen. Dies ist Teil einer gemeinschaftsbildenden Zukunftsentwicklung, die zum gegenseitigen Verständnis beiträgt.

Thema einer nonconform ideenwerkstatt kann ein konkretes Bauvorhaben ebenso wie eine nicht zufriedenstellende Raumsituation oder ein städtebauliches Entwicklungsgebiet sein. Die Reaktivierung von Orts- und Stadtzentren, die nachhaltige Nutzung von Leerstand und Nachverdichtung oder ein wichtiges Neubauprojekt werden im partizipativen Prozess ebenso erfolgreich bearbeitet, wie die Herausforderung, Schulgebäude an Neuorientierungen oder besondere Bedürfnisse anzugleichen. Mit der nonconform ideenwerkstatt wurden bereits rund 100 Projekte in Österreich und Deutschland erfolgreich durchgeführt.

 

Das Projektgebiet Haidholzen-Südost, Foto: Gemeinde Stephanskirchen

Auszug aus dem Entwicklungskonzept für Haidholzen-Südost, Foto: Urban Catalyst Studio

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