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Gemeinde Stephanskirchen  |  E-Mail: poststelle@stephanskirchen.de  |  Online: http://www.stephanskirchen.de

Nähere Informationen erhalten Sie im Rathaus von Frau Gall

Der naturnahe Garten im Herbst, Herbstlaub liegen lassen!

Stephanskirchen blüht und summt

Die Natur erfreut uns im Herbst mit bunten Blättern. Sie sind nicht nur schön anzusehen, das Laub ist auch ein wichtiger Teil des natürlichen Nährstoffkreislaufs. Die Laubschicht ist Lebensraum, Winterquartier und Nährstoffspender für den Boden.

 

In einem Laubwald fallen jedes Jahr ca. 7 bis 15 Tonnen Laub auf den Boden. Der Waldboden müsste also jährlich in der Höhe zunehmen und die wachsende Laubschicht schön langsam alles ersticken. Aber das Laub wird bis zum nächsten Herbst schnell und effektiv abgebaut, es verrottet, bildet neuen Humus und düngt somit den Boden. Für zahlreiche Insekten, Amphibien, Igel und Kleinsäuger bildet diese Laubschicht einen lebenswichtigen Überwinterungsraum. Unter diesen „Laubschichtbewohnern“ gibt es auch zahlreiche Nützlinge wie die Marienkäfer, die sich wiederum von Blattläusen ernähren.

 

So wichtig wie das Herbstlaub für den Wald und den Waldboden ist, so wichtig ist es auch für den Garten. Auch hier schützt und düngt es den Boden und bietet zahlreichen Tieren Schutz und Lebensraum. Daher soll es auf Beeten sowie unter Sträucher und Hecken ruhig liegenbleiben.

 

Auf Wegen und im Rasen kann man das Laub mit Besen und Rechen entfernen, oder man häckselt geringere Laubmengen mit den Rasenmäher klein um es so noch schneller verrotten zu lassen.

 

Aber es besteht kein Grund, es in Gärten restlos zu beseitigen. Dieser falsch verstandene Ordnungssinn ist für Tiere, die in der Laubschicht Nahrung oder Unterschlupf suchen, verheerend.

 

Auf Laubbläser und Laubsauger bitte verzichten!

Besonders schädlich ist der Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern. Damit lässt sich das Laub gründlich entfernen, aber auch viele Lebewesen in der Laubschicht werden gleich mit entfernt. Käfer, Spinnen, Tausendfüßler, Assel, Amphibien und andere Kleinlebewesen, die den Boden und die Krautschicht bewohnen, können sich dem extrem starken Luftstrom nicht widersetzen. Zu bedenken ist auch dass besonders Laubbläser aber auch Sauger eine erhebliche Menge an für uns schädlichen Feinstaub in der Luft verwirbeln.

 

Lässt man das Laub liegen, wird nicht nur eine umweltschonende Form der Düngung betrieben, sondern es werden gleichzeitig auch wichtige Nützlinge gefördert.

Laub lässt sich im Garten sehr gut kompostieren und ergibt so wertvollen Humus, der zur Düngung Bodenverbesserung eingesetzt werden kann. Schon 3-5 l Gartenkompost pro qm reichen aus, um alle Gartenkulturen vollständig zu ernähren.

 

Wie kann man Laub am besten kompostieren? Hierfür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Flächenkompostierung: Falllaub bis ca. 30 cm dick auf gelockerten Gartenboden ausbringen. Beobachten Sie, wie schnell die Regenwürmer die Blätter in ihre Gänge ziehen und verputzen! Das ist eine echte „Regenwurmfütterung“ zur Stärkung dieser nützlichen Helfer.

  • Blätter lagenweise auf den Kompost. Wichtig: die Laubschichten maximal 5 - 20 cm dick aufgeben (je nach Lockerheit oder Feuchtigkeit des Laubes) und abwechseln mit anderen Materialien abdecken. Alle Blätter lassen sich auf diese Weise gut kompostieren, selbst die sog. schwer verrottbaren. Probleme gibt es nur, wenn die Laubschicht zu dick ist (Fäulnis). Deshalb auf jede Schicht immer eine Schaufel reifen Kompost verteilen.

  • Leicht zu kompostieren ist das Laub von: Ahorn, Birke, Buche, Erle, Esche, Hartriegel, Haselnuss, Kletterpflanzenlaub, Linde, Obstlaub, Ulme, Weide

  • Aufgrund ihres höheren Gerbstoffgehaltes benötigen die folgende Blätter eine längere Zeit zum Verrotten: Eiche, Edelkastanie (Maroni), Pappel, Platane, Walnuss.

 

Herbstlaub ist ein gutes Stück Lebenskraft für Ihren Garten, behalten Sie es.

(Gemeinde Stephanskirchen in Zusammenarbeit mit Peter Wiedeburg –

BUND Naturschutz in Bayern e.V., Ortsgruppe Stephanskirchen Riedering)

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