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Naturnaher Garten im Frühjahr

Naturnaher Garten

Die Landschaft, der Lebensraum um unsere Gemeinde herum ist reich an Wildpflanzen, die den Weg in unsere Gärten gefunden haben. Nachdem nun der Winter den Frühling ins Land gelassen hat, blüht es in einer großen Vielfalt: Wildkrokus (Crocus vernus), Märzenbecher, Himmelschlüssel, Leberblume, Vergissmeinnicht, Seidelbast, alle Weidenarten; ab Mai dann: Lerchensporn, Lungenkraut, stängelloser Enzian, Bergflockenblume. Versteht sich von selbst, dass wir all diese blühenden Juwele nicht der Natur entnehmen, sondern aus dem Fachhandel beziehen. -

Soweit heimische Pflanzen im Garten hauptsächlich vorkommen und Insekten und Spinnen genügend Überwinterungsquartiere geboten werden, blicken wir schon in einen „naturnahen Frühlingsgarten“. Haben auch „nicht-heimische“ Gewächse Platz in einem naturnahen Garten: Krokusse und Tulpen aus Westasien, Zuchtformen von Iris und Narzissen? Sie sind willkommen, sofern sie nicht die Hauptrolle im Garten übernehmen und von Insekten begehrt werden. Dies trifft für alle Krokusarten zu. - Iris germanica und sibirica sowie botanische Tulpen (=Wildtulpen) ziehen Honig- und Wildbienen an; alle übrigen Sorten nicht. - Die Narzissen halten zwar etwas Nahrung bereit, werden aber verschmäht, weil gleichzeitig die Weiden blühen, die den Bienen ein Schlaraffenland darbieten.

 

Im Juni beginnt dann schon die frühsommerliche Blüte von Stauden und Rosen, die einer gesonderten Betrachtung wert wären.

 

Ein naturnaher Garten verdient diese Bezeichnung nur, wenn wir darin mit Rücksichtnahme auf natürliche Gegebenheiten arbeiten:

„An Kunigund kummt Wärm vo unt“ lautet ganz richtig die Bauernregel für den 3. März. Die Gartenerde, die im Winter vom Kahlfrost heimgesucht wurde, ist nun aufgetaut und locker, bedarf also keiner Bearbeitung. Wie im Herbst von Peter Wiedeburg beschrieben soll im Naturgarten viel Laub als Schutz für Kleinlebewesen und als Dünger liegenbleiben. - Eine dünne Schicht davon bleibt als Mulch liegen oder wird vom Rasen ganz entfernt. Stängel der Stauden wie z. B. Herbstastern werden Anfang Mai zurückgeschnitten und an einem sonnigen Ort abgelegt, so dass noch nicht entwickelte Insekten ihre Chance zum Schlupf behalten.

 

Wenn Gehölze über den ihnen im Garten zugedachten Platz hinausgewachsen sind, ist der März die günstigste Zeit für das Auslichten starker Äste. Dabei erhält kunstvoller Schnitt den Gehölzen die ihnen eigentümliche natürliche Wuchsform. - Andererseits sollen die schon verblühten Triebe von Weidensträuchern im April bis auf etwa fünf Augen zurückgeschnitten werden, damit sich reichlich neue Blütentriebe für‘s nächste Jahr bilden können.

 

Im März ist auch die Zeit gekommen, den reifen Gartenkompost hungrigen Pflanzen - wie den Rosen - zukommen zu lassen.

Anfang April ist der Rosenschnitt angesagt: der Schnitt soll neue starke Triebe hervorrufen, die dann viele, große Blüten tragen können. Bestäubende Insekten kommen aber nur bei ungefüllten Blüten an den Nektar.

 

Anfang Mai zieht das Blühen der so genannten Rasenunkräuter wie Gänseblume, Löwenzahn, Ehrenpreis die frühen Insekten an. Eine Rasenfläche bleibt naturnah, wenn wir sie belassen und nur Überhandnehmendes ausstechen.

 

Naturnahes Gärtnern bedarf demnach einer Neuausrichtung unserer Aufmerksamkeit auf natürliche Vorgänge, die wir nicht stören, aber uns zunutze machen.

 

(AG Biodiversität H.G.Kölbl)

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