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Gemeinde Stephanskirchen  |  E-Mail: poststelle@stephanskirchen.de  |  Online: http://www.stephanskirchen.de

Nähere Informationen erhalten Sie im Rathaus von Frau Gall

Ackerwildkräuter/ Feldblumen

Ackerwildkraut

Die Gemeinde Stephanskirchen hatte auf Anregung des Obst-und Gartenbauvereins Frau Marion Lang von der TU-München und der Bayerischen KulturLandstiftung zu einem Vortrag über dieses Thema eingeladen. Etwa vierzig Teilnehmer versammelten sich im Gasthaus Antretter, darunter auch Gemeinderäte und Bürgermeister Herr Auer sowie Frau Gall, zuständig für Landschaftspflege. Die Referentin führte ein, in die den meisten Zuhörern unbekannte Welt der Ackerwildblumen bzw. Feldblumen. Allseits bekannt sind natürlich Kornblume, Mohn, Kamille (sh. Foto). Es gibt aber deutschlandweit noch weitere 350 Arten. Und wie viele Arten gibt es in Stephanskirchen? Das ist (noch) nicht bekannt, weil die Intensivlandwirtschaft Feldblumen nicht aufkommen lässt. Bisher konnten aber 12 sog. Zielarten für den Landkreis Rosenheim ermittelt werden. Ackerwildkräuter sind einjährig, sie sähen sich bei „richtigem“ Umgang mit dem Acker und dessen Feldfrüchten von Jahr zu Jahr selbst aus. Ursprünglich kamen sie mit dem Getreide aus dem mediterranen Raum vor etwa 7000 Jahren zu uns und sind bei der damaligen Wirtschaftsweise bei uns heimisch geworden. Es liegt nun an uns, gebietsheimische Ackerwildkräuter wieder zu verbreiten oder neu anzusiedeln. Damit würden wir fast oder ganz ausgestorbene Pflanzenarten im Gemeindegebiet wieder ansiedeln und zahlreichen Insekten, Vögeln und andere Tierarten Nahrung und Lebensraum bieten. Ackerwildblumen sind sonnenhungrig. Sie gedeihen am besten gemeinschaftlich mit anderen allein oder zusammen mit Getreide. Dabei darf das Korn nicht zu dicht ausgesät werden. Dies bedeutet für den Landwirt eine gewisse Ertragseinbuße und das ist der „Preis“, der für das gute Gedeihen von Feldblumen gezahlt werden muss. Andererseits wird beim ökologischem Anbau an Dünger, Spritzmitteln und mechanischer Unkrautbekämpfung gespart. Frau Lang trug auch vor, was in unserer Gemeinde getan werden kann, um „gebietsheimische“ Feldblumen wieder anzusiedeln und auf diese Weise tatsächlich „blühende Landschaften“ entstehen zu lassen. Die konkreten Hinweise waren für folgende Ansprechpartner zugeschnitten: Landwirte, die Gemeinde selbst, behördliche und ehrenamtliche Naturschutzfachleute und Einzelpersonen. Einzelne können auch auf sehr kleinen Flächen (10m²), z. B. in ihrem Garten Feldblumen anbauen. Auch wurden die dafür in Frage kommenden Zielarten für den Landkreis Rosenheim benannt sowie deren Bezugsquellen. Sehr starker Beifall, eine angeregte Diskussion und ein Dankeschön - ausgesprochen von Bürgermeister Auer - schlossen die Veranstaltung ab. (AG Artenvielfalt; Hans G. Kölbl)

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