Informationen und Empfehlungen zu Burgunderblutalgen und Cyanobakterien („Blaualgen“)

Die Burgunderblutalge (Planktothrix rubescens) gehört zu den Cyanobakterien und kann bei verstärktem Auftreten
ganze Gewässer durch ihr eigenes Rotpigment Phycoerythrin rot färben. Sie kommt in vielen geschichteten Seen
(Mondsee, Zürichsee, Wörthersee, Ammersee, Pelhamer See, Simssee, Waginger See etc.) vor. Bei
massenhafter Vermehrung kann es durch das gebildete Toxin Microcystin zu toxischen Effekten im Gewässer
kommen. Beim Menschen können diese Eiweißmoleküle Schleimhautreizungen, allergische
Entzündungsreaktionen sowie Durchfall und Erbrechen hervorrufen. Eine Besonderheit der Burgunderblutalge ist,
dass sie aufgrund ihrer Pigmente auch bei geringer Lichtintensität und auch bei geringen Temperaturen überleben
kann. Sie hat eigene Gasvesikeln und schichtet sich daher häufig im Metalimnion in rund 10 Meter Tiefe ein. Sie
bleibt daher in vielen Gewässern für Badende viele Jahre unentdeckt. In den regelmäßig durchgeführten
Planktonuntersuchungen des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim finden sich diese Cyanobakterien aber schon
seit langer Zeit.


In flachen Seen wie dem Simssee kann Planktothrix rubescens bei dem milden Winterklima mit seltener
Eisbedeckung zunehmend erfolgreich überwintern, so dass die Art mit einem hohen Biovolumen im Frühjahr
starten kann. Nach Perioden ausgeprägter Durchmischung steigt dann bei relativ windstillen Bedingungen die
Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Algenblüte durch aufsteigende Burgunderblutalgen. Dies ist bei
steigenden Temperaturen ein ähnliches wiederkehrendes, natürliches Phänomen wie das Abschmelzen der
Polkappen.


Je nach Windrichtung werden die Blaualgen an den Seeufern in hohen Konzentrationen an der Wasseroberfläche
zusammengetrieben, wo sie blau-grüne Schlieren und Flocken bilden. Dieses Phänomen wird als Algenblüte
bezeichnet. Algenblüten zeigen sich meist durch eine Trübung und Verfärbung des Wassers, oft in Kombination
mit einer Geruchsentwicklung. Bei stärkerem Wellengang kann am Spülsaum durch Zerschlagen der Mikroalgen
und ihrer Eiweißpartikel Schaum entstehen. Vergleichbar ist dies mit dem Schlagen von Eiklar zu Eischnee.
Cyanobakterien werden durch stabile, windarme Wetterlagen mit längeren Zeiträumen stabiler Schichtung
gefördert – besonders im Spätsommer. Sie profitieren meist auch von erhöhten Wassertemperaturen und erhöhten
Nährstoffgehalten. Auch wenn die Zusammenhänge komplex sind, ist anhand der bisherigen wissenschaftlichen
Erkenntnisse davon auszugehen, dass aufgrund des Klimawandels künftig häufiger mit Cyanobakterien-Blüten in
Flachgewässern wie dem Simssee zu rechnen ist.

 

Was tun bei Blaualgenblüten?
Bitte beachten Sie folgende Tipps für ein ungetrübtes Badevergnügen:


- Verzichten Sie auf das Baden, wenn das Gewässer stärker
getrübt ist. Eine starke Trübung versperrt die Sicht auf den
Grund des Gewässers und kann daher die Unfallgefahren
erhöhen.
- Sehen Sie bei knietiefem Wasser Ihre Füße nicht mehr,
sollten Sie nicht baden! Sollte die Trübung bläulich-grünlich
sein, ist dies ein Hinweis auf das Vorhandensein von
Blaualgen.
- Dann sollte von einem Bad abgesehen werden und in diesen
Fällen sollten auch Kleinkinder nicht mehr am Spülsaum
plantschen oder im Flachwasserbereich spielen
- Auch für Hunde besteht Gefahr bei der Aufnahme der
Bestandteile der Blaualgenblüten

Blaualge 2

 


Quellen: Wasserwirtschaftsamt Rosenheim,
Gesundheitsamt Rosenheim
Gute Badequalität
Vorsicht besonders für Kinder


Gemeinde Stephanskirchen, März 2021

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