Raumordnungsverfahren für den Brenner-Nordzulauf abgeschlossen

Brenner-Nordzulauf [GESCHÜTZT!]

Am 28. Januar wurden in Rosenheim die Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens durch die Regierung von Oberbayern vorgestellt. In einem mehrmonatigen Verfahren hatte die Regierung von Oberbayern die sogenannte Raumverträglichkeit der von der Deutschen Bahn vorgeschlagenen Trassenvarianten (siehe Grafik) des Brenner-Nordzulaufs aus überörtlicher Sicht geprüft.

Im Ergebnis wurden vier von fünf Trassen als raumverträglich beurteilt. Aus Sicht der Regierung von Oberbayern entspricht nur die blaue Trasse, die oberirdisch zwischen dem Inn und den Gemeinden Nußdorf, Neubeuern und Rohrdorf verläuft, nicht den Erfordernissen der Raumordnung. Für die drei westlich und die eine östlich des Inns verbleibenden Trassenvarianten hat die Regierung von Oberbayern jedoch Auflagen gemacht. So wurden beispielsweise für die Stephanskirchen betreffende violette Trasse im Bereich der Sims und des Inns weitere Tunnelabschnitte zur Prüfung empfohlen. Dies zeigt, wie sensibel das Projekt auch im Stephanskirchner Gemeindebereich zu sehen ist. Spannend wird bei den weiteren Untersuchungen der violetten Trasse, wie der mit 28 Kilometern längste Bahntunnel Deutschlands technisch und finanziell zu realisieren sein soll.

Interessant war bei der Präsentation der Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens auch, dass die beiden Staatsminister Kerstin Schreyer und Hubert Aiwanger sehr deutlich die Frage des „ob“, also des Bedarfs, offenließen. Dies steht im klaren Gegensatz zu den früheren Aussagen der Landes- und Bundespolitik.

Die Gemeinde Stephanskirchen bedankt sich an dieser Stelle nochmals bei allen Bürgerinnen und Bürgern, Bürgerinitiativen und Verbänden, die sich am Raumordnungsverfahren mit einer Stellungnahme beteiligt haben. Die rund 3.000 Stellungnahmen aus der Gemeinde Stephanskirchen haben sicher dazu beigetragen, dass die Regierung von Oberbayern im Rahmen des Raumordnungsverfahrens bei der violetten Trasse Beeinträchtigungen im Bereich des Immissionsschutzes, der Siedlungsstruktur, der Erholung, der Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei und Jagd, von Natur und Landschaft und der Wasserwirtschaft festgestellt hat.

Kurz nach den Osterferien möchte nun die Deutsche Bahn ihren Favoriten aus den verbleibenden vier Trassen auswählen. Sollte dies die violette Trasse sein, müssen im weiteren Verfahren nochmals sachlich fundiert und umfassend die gemeindlichen Bedenken hinsichtlich der Trasse vorgebracht werden.

 

BNZ 1

Die fünf Trassen im Vergleich: Die blaue Trasse wird nicht weiterverfolgt werden, ebenso die durch den Ortskern von Großkarolinenfeld führende Variante der violetten Trasse.

 

BNZ 2

 

Die Bürgermeister der Gemeinden Prutting, Rohrdorf, Stephanskirchen, Schechen und Riedering mit Regierungspräsidentin Maria Els bei der Abgabe der Stellungnahmen im Juli 2020

 

 

 

 

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