Warum braucht es eine Kommunale Wärmeplanung?
Um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen, hat die Bundesregierung beschlossen, Deutschland bis zum Jahr 2045 treibhausgasneutral zu machen. Extreme Wetterereignisse wie lange Trockenphasen, Hitzewellen oder Starkregen zeigen, wie dringend Maßnahmen zum Klimaschutz nötig sind.
Ein wesentlicher Teil der Treibhausgasemissionen entsteht durch die Nutzung fossiler Energieträger zur Bereitstellung von Wärme. Rund 50 % des gesamten Endenergiebedarfs in Deutschland entfallen auf den Wärmesektor – deutlich mehr als etwa für Strom oder Verkehr. Während der Stromsektor bereits zu etwa 60 % auf erneuerbare Energien setzt, liegt dieser Anteil im Wärmesektor derzeit bei unter 20 %.
Ohne eine Wärmewende ist Klimaneutralität also nicht zu erreichen.
Die Kommunale Wärmeplanung verfolgt das Ziel, Wärmebedarfe vor Ort mit erneuerbaren Energiequellen, Abwärmenutzung und weiteren klimafreundlichen Technologien sinnvoll in Einklang zu bringen. Sie schafft damit eine strategische Grundlage für eine nachhaltige und treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis 2045 – abgestimmt auf die örtlichen Gegebenheiten.
Der derzeitige Stand der Kommunalen Wärmeplanung:
Die Gemeinde Stephanskirchen arbeitet seit Juni 2025 gemeinsam mit INEV – dem Institut für nachhaltige Energieversorgung – an der Kommunalen Wärmeplanung (KWP). Ziel ist es, eine strategische Grundlage für eine zukunftsfähige und klimaneutrale Wärmeversorgung zu schaffen. Bereits in den ersten Monaten wurden die Grundlagen gelegt: Die Projektstruktur wurde aufgebaut, zentrale Daten erhoben und vorbereitende Analysen gestartet.
Im September 2025 fanden intensive Gespräche mit den örtlichen Energieversorgern sowie mit den größten Energieverbrauchern im Gemeindegebiet statt. Diese Termine sind ein wichtiger Bestandteil der Wärmeplanung, da sie Aufschluss über bestehende Infrastrukturen, zukünftige Entwicklungen und potenzielle lokale Wärmequellen geben.
Im Oktober 2025 wurden dem Gemeinderat erste Ergebnisse vorgestellt. Dazu zählen der Projektfortschritt, die bisher identifizierten Herausforderungen sowie der Fahrplan für die nächsten Monate. Momentan arbeitet das Projektteam an der Treibhausgasbilanz (THG - Bilanz) der Gemeinde. Sobald alle finalen Daten vorliegen, wird die Bilanzierung abgeschlossen. Sie bildet die Grundlage für die anschließende Analyse möglicher Wärmenetzgebiete in Stephanskirchen.
In den kommenden Wochen werden dann die potenziellen Gebiete für ein zukünftiges Wärmenetz detailliert untersucht.
Wichtig ist es an dieser Stelle zu betonen: Die Kommunale Wärmeplanung ist keine Machbarkeitsstudie für ein konkretes Wärmenetz. Sie schafft jedoch eine belastbare Entscheidungsgrundlage, aus der im nächsten Schritt sehr wohl eine vertiefte Untersuchung oder die konkrete Planung eines Wärmenetzes entstehen kann.
Auf einen transparenten Planungsprozess wird großen Wert gelegt. Deshalb werden die Kernaussagen der Kommunalen Wärmeplanung im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung am 25. Februar 2026 um 18:30 Uhr im Rathausfoyer der Gemeinde vorgestellt und diskutiert. Außerdem wird es einen Vortrag zum Thema “Heizungstausch und Energetische Ertüchtigung von Gebäuden” in Kooperation mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale geben. Bei dieser Veranstaltung werden die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit haben, Fragen zu stellen und ihre Perspektiven einzubringen.















