Mit der Renaissance (1492-1600) und dem Barock (1600-1750) änderte sich das Verständnis des Gartens grundlegend.
Durch die Entdeckung Amerikas wurden die Grenzen der „Alten Welt“ gesprengt. Exotische Pflanzen erreichten Europa. Lag der Schwerpunkt im Mittelalter auf Religion und Jenseits führt jetzt die stärkere Betonung der diesseitigen Welt zu exakter Beobachtung der Natur und ihrer Phänomene.
Die Bedeutung der Klöster für Bildung und Wissen schwindet, es entstehen Universitäten, botanische Sammlungen und Ziergärten. Es gibt neue Forschung auf der Grundlage antiker Autoren. Kräuterbücher illustrieren und beschreiben die Pflanzenschätze. Die Erfindung des Buchdrucks ermöglicht Wissensaustausch und die Verbreitung von Wissen.
Eichstätt-Beet
Ein berühmtes Beispiel einer Pflanzensammlung ist der um 1600 unter Fürstbischof Johann Konrad von Remmingen angelegte Hortus Eystettensis, der Garten von Eichstätt. In diesem botanischen Forschungsprojekt (Botanischer Garten) entstand eine Pflanzensammlung, die die Grundlage für das berühmte Pflanzenbuch von Basilius Besler bildete. Hier findet man neben altbekannten Wildkräutern auch etwas ausgefallenere Zierpflanzen und Pflanzen aus der neuen Welt (z-B. Dorniger Bärenklau, Hanfblättriger Eibisch, Braunrote Taglilie, Kapuzinerkresse und viele Zwiebelpflanzen, wie Kaiserkrone, Schachbrettblume, Dichternarzissen, Tulpen und viele mehr. Eine kleine Auswahl haben wir in unser Eichstätt-Beet gepflanzt.
















