Gemeinde Stephanskirchen schafft regionale Biodiversitätsmarke für engagierte Landwirte

Mit „Stephanskirchen naturnah“ hat die Gemeinde Stephanskirchen eine Regionalmarke geschaffen, um die Biodiversitätsleistungen von landwirtschaftlichen Betrieben sichtbar zu machen. Damit wurde ein weiterer Meilenstein in der Umsetzung der kommunalen Biodiversitätsstrategie erreicht, die der Gemeinderat 2022 beschlossen hat. Produkte, Leistungen oder Aktionen, die dieses Logo tragen, stehen für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Gemeinde Stephanskirchen. Es wurde im intensiven Dialog mit Gemeindeverwaltung, Landwirten sowie aktiven Bürgerinnen und Bürgern in Begleitung des Fachbüros „Landimpuls – Gesellschaft für regionale Entwicklung“ aus Regenstauf erarbeitet.

 

Bereits für fünf Höfe haben sich für die neue Regionalmarke qualifiziert

Ziel der Einführung der Regionalmarke ist es, einzelne Produktgruppen wie Fleisch, Milch und Honig zu stärken, aber auch die Produzentinnen und Produzenten. Fünf landwirtschaftliche Betriebe erfüllen bereits die Anforderungen des umfangreichen Kriterienkatalogs zur Zertifizierung: die Hofkäserei der Familie Maier in Schömering, der landwirtschaftliche Bio-Betrieb der Familie Forstner in Baierbach, der Hof Blieninger in Baierbach, der Weideochsenbetrieb von Rudolf Lex in Westerndorf sowie die Bio-Gärtnerei mit dem Hofladen Kernerhof der Familie Stein im Ortsteil Kreut.

 

Auf Einladung des 1. Bürgermeisters Karl Mair besuchten am 31. Juli 2026 Mitglieder des Gemeinderats, beteiligte Arbeitsgruppen, Mitarbeiterinnen der Gemeindeverwaltung sowie einige Medienvertreter bei einer gemeinsamen Busrundfahrt diese Höfe, um ihre besondere Arbeitsweise zu Gunsten der Artenvielfalt kennenzulernen. Auch die Agrarökonomen Thomas Schwarz vom Fachbüro „Landimpuls“ und Herbert Hofberger vom „Pro Land Büro“ begleiteten die Gruppe, um vor Ort den Kriterienkatalog und das Punktesystem zu erläutern, mit dem die bewirtschafteten Flächen bewertet wurden.

 

Biodiversität zeigt sich nicht nur in einer ökologischen Anbauweise

So spielt der Biologische Anbau zwar eine wichtige Rolle, ist aber nur einer von sieben Kriterien. Ebenso bewertet wurden die Teilnahme an Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (z.B. Feldmistdüngung) und das Vorkommen von Hecken, Feldgehölzen oder mageren Säumen nach Maßnahme und Fläche. Punkte vergeben wurden auch für Wasser- und Bodenschutz, etwa vielfältige Fruchtfolgen zum Humuserhalt oder Winterbegrünung mit wildtiergerechten Saaten. Wichtig ist auch das Kriterium „Tierwohl“, was Weidehaltung und auch das Halten von Alten Haustierrassen beinhaltet, außerdem Umweltbildungsmaßnahmen, wie Führungen für Schulklassen. Verpflichtend aber sind konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie, so das Anlegen von Altgrasstreifen, Heckenpflege oder Streuobst. An jeder Station der Rundfahrt erläuterten die beiden Fachleute Thomas Schwarz und Herbert Hofberger diese Kriterien, die für Artenvielfalt wichtig sind.

 

Von Hof zu Hof

Nach herzlicher Begrüßung durch die Familie Maier in Schömering mit selbstgemachtem Erfrischungsgetränk unter schattigem Walnussbaum stellten die Landwirte sich und ihren Betrieb vor, der sich durch Almwirtschaft, Grünlandbewirtschaftung und Weidehaltung auszeichnet. In ihrer Hofkäserei reifen die unterschiedlichsten Käsesorten, die regional vermarktet werden. Ausschlaggebend bei der Bewertung war laut Thomas Schwarz neben die Art der Bewirtschaftung das Auffinden eines Dungkäfers und das „Eingrasen“ (eine abschnittsweise Mahd). Anschließend besichtigten die Gäste die Käserei und den Stall.

Nächste Station war die Streuobstweidefläche im Westen von Baierbach. Hier erläuterte das Ehepaar Forstner die Besonderheiten ihrer Bio-Rinderzucht, deren Produkte regional vermarktet werden. Ihr Betrieb entspricht laut Experten den Kriterien der Biodiversität aufgrund großer Flächen von Streuobst, darunter alte Apfelsorten, eine Rinderbeweidung und dem Vorkommen verschiedener Insekten und Käfer.

Der Betrieb Blieninger als nächster Stopp verfügt über Weideflächen, die von Schafen beweidet werden und für die Freilandhaltung von Hühnern genutzt wird. Wichtig erschien Thomas Schwarz der Hinweis auf eine große Pflanzenvielfalt wie Ehrenpreis, Kuckuckslichtnelke, Wiesenlabkraut, aber auch auf die Gebäudeerhaltung des Schafstalles, in dem die Rauchschwalbe oder der Hausrotschwanz einen Nistplatz finden.

 

Wichtig für die Experten für die Bewertung nach Biodiversitätskriterien erschein bei der Gärtnerei und dem Weideochsenbetrieb Lex eine extensive Wiesennutzung mit späterer Mahd sowie Randstrukturen mit Hochstaudenfluren. Abschluss der Fahrt war der Besuch beim landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Stein, der nicht nur über große Streuobstflächen verfügt, sondern auch Hecken als Biotopverbundstruktur zeigt, Ökologischem Landbau betreibt, Direktvermarktung über einen eigenen Hofladen („Kernerhof“) und Bildungsangebote geschaffen hat für Kinder und Jugendliche.

 

Kulinarischer Abschluss mit Verkostung landwirtschaftlicher Produkte

Den kulinarischen Abschluss bildete eine Verkostung im Foyer des Rathauses Stephanskirchen. 1. Bürgermeister Karl Mair bedankte sich bei allen landwirtschaftlichen Betrieben, die nicht nur teils persönlichen Einblick in ihre Arbeitsweise gegeben hatten, sondern auch eine liebevoll angerichtete Produktpalette vom Quittensaft über Wurst, Käse und Brot bis Kuchen und Obstsalat für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorbereitet hatten.

 

Auszeichnung mit neuer Regionalmarke „Stephanskirchen naturnah“ im Herbst

Die offizielle Auszeichnung der Höfe mit dem Qualitätssiegel „Stephanskirchen naturnah“ ist am 22. Oktober 2026 geplant.

 

Gemeinde Stephanskirchen schafft regionale Biodiversitätsmarke für engagierte Landwirte

 

 

 

Höferundfahrt

 

Höferundfahrt

 

Höferundfahrt

 

Höferundfahrt

 

 

 

 

 

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