Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Gemeinde Stephanskirchen  |  E-Mail: poststelle@stephanskirchen.de  |  Online: http://www.stephanskirchen.de

Nähere Informationen zu diesem Artikel erhalten Sie im Rathaus von Frau Gall

Eine Woche im September ...

Energieforum

Auch im neuen Klimaschutzpaket der Bundesregierung ist der weitere Ausbau regenerativer Energie ein wesentlicher Bestandteil. Um sich eine fundierte Meinung zu bilden, wie man sich auch als engagierter Stephanskirchener Bürger unterstützend beteiligen kann, bietet sich ein Blick in die Homepage der Bundesnetzagentur an. Dort werden ständig aktualisierte Daten zur Stromerzeugung in Deutschland veröffentlicht. Greift man die Energiedaten einer beliebigen Woche, zum Beispiel die kurz zurückliegende Woche vom 08. bis 14. September heraus, ergibt sich die im Bild dargestellte Situation. Gezeigt sind dort das gesamte Spektrum der Stromerzeugung (farbiges Gebirge) und der tatsächliche Stromverbrauch (rote Linie) im Verlauf dieser Woche in Deutschland. Man kann deutlich erkennen, dass Erzeugung und Verbrauch nicht immer zusammenpassen. Während an den ersten beiden Tagen der Woche und auch zeitweise während der Folgetage die gesamte Energieerzeugung hinter dem Bedarf zurück blieb, wurde in den Mittagszeiten vom 10.-14.09. mehr Strom erzeugt, als aktuell benötigt. Als Grund für die Unterdeckung der ersten beiden Tage sind der schwache Windbeitrag (hellblau: onshore, dunkelblau: offshore) und die offensichtlich geringe Sonneneinstrahlung (gelb) an diesen Tagen erkennbar. Der gewählte Zeitraum stellt eine ganz normale Woche dar. Bei extremeren Wetterlagen im Winter oder Hochsommer liegen Erzeugung und Bedarf viel weiter auseinander und erfordern komplexe Ausgleichsmaßnahmen.

Ohne auf konkrete Zahlen näher einzugehen, muss bemerkt werden, dass mit Ausnahme der obersten schwarzen Linie (Pumpspeicher) alle über den blauen und gelben Beiträgen liegenden Einspeisungen (Kernkraft: dunkelbraun, Kohle: braun und schwarz, Gas: grau) nicht regenerativ sind. Es ist leicht zu erkennen, dass ein Entfall der Kernenergie in naher Zukunft, und danach der Kohleausstieg zu gravierenden Änderungen führen muss. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die als Ersatz vorgesehenen Energieformen „volatil“ sind (d.h. veränderlich im Tagesablauf, siehe Bild). Zudem beträgt ihre gesicherte Leistung, d.h. mit der jederzeit gerechnet werden kann, selbst bei offshore-Windanlagen nur ca. 4% der installierten Leistung, bzw. naturgemäß 0% bei Photovoltaik (Nacht, Schneebedeckung). Ein nur moderater regenerativer Ausbau kann Kernkraft und Kohle nicht ersetzen und führt daher zwangsläufig zur zeitweisen Unterdeckung. Wollte man aber Kernkraft und Kohle in Gänze ersetzen, käme es zu gewaltiger  Überproduktion an windreichen Tagen bzw. sommerlicher Sonneneinstrahlung. Hier wird klar, wo unsere Unterstützung liegen muss:

Stromspeicher sind unverzichtbar, aber sie reichen bei weitem nicht aus. Nur mit intelligenten Verbundsystemen und Umwandlung von Strom in andere speicherbare Energieträger (Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe) kann das Ziel erreicht werden. Das stellt Forschung und Wirtschaft, in besonderem Maße aber die Politik vor eine gigantische Herausforderung, der man nur durch schöne Worte nicht gerecht wird. Ob dieses Problem gelöst werden kann, zeigt die nahe Zukunft. Hier greift der Spruch, der im früheren Chinesischen Nationalzirkus jeder Akrobatik vorangestellt wurde: Möge die Übung gelingen!

 

R. Weh EnergieForum (Bild: Bundesnetzagentur)

 

drucken nach oben